About

Lauren Wildbolz schwörte mit 14 Jahren dem Fleischkonsum ab. Mit 27 Jahren zerschnitt sie das letzte Band zur tierischen Massenproduktion, indem sie sich für eine vegane Lebensweise entschied. 2010 eröffnete sie das erste vegane Restaurant der Schweiz. Beseelt von der Vision, dass die Mitte der Gesellschaft reif ist für eine Ernährung ohne Leiden und einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur. Seit 2012 führt sie ein gehobenes Cateringunternehmen. 2015 schloss sie an der Zürcher Hochschule der Künste mit dem Master of Fine Arts ab. Ihre künstlerische Arbeiten kreisen unter anderem um die Lebensmittelverschwendung. Zu Ihren Langzeitprojekten zählt das Thema «The future of food». Sie tritt regelmässig als Gast an Podiumsdiskussionen und TV- und Radiosendungen auf. Ausserdem hat sie zwei Bücher herausgegeben. 

Vegan Queens Foto by Zoe Spawton

Berufsberater: «Ich glaube, Sie werden als Köchin glücklich.»

Ich, 16 Jahre alt, die Hände verwerfend: «Pah, ich werde Künstlerin!»

Diese Szene spielte sich vor fast 20 Jahren ab. Im Nachhinein betrachtet haben wir beide richtig gelegen. Zuerst entschloss ich mich, eine Kunstausbildung zu machen. Nachdem ich Bilder gemalt, Skulpturen geschweisst und Performances konzipiert hatte, erkannte ich klar und deutlich, dass mich das Medium Essen am tiefsten bewegt. Über postmoderne Kunst kann ich angeregt einen Abend lang reden. Über (veganes) Essen, die Lebensmittelindustrie und Zukunftstrends könnte ich jeden Tag stundenlang diskutieren.   

Lasst uns Gemüse essen. Frisch aus dem Müll.

Beim Reden über Lebensmittel blieb es aber nicht. Ich entdeckte die Faszination des Kochens und wollte zugleich – so kitschig es auch klingen mag – die Welt verbessern. Einen ersten Schritt machte ich mit meiner publikumswirksamen Bachelor-Arbeit «Good food for you for free», die die Lebensmittelverschwendung in der Schweiz beleuchtete und einen kreativen Umgang mit dem Problem vorschlug. In einem temporären, provisorisch eingerichteten Restaurant wurde mit aus Containern gefischten Lebensmitteln gekocht und die Gerichte kostenlos serviert.    

«Den Entscheid, vegan zu leben, fällte ich im Kopfstand.»

Ich lebte bereits vegetarisch, als ich meine Yoga-Praxis vertiefte und dabei auf «Ahimsa» stiess, ein altes Modell der Gewaltlosigkeit. «Füge kein Leid zu» lautet ein Grundsatz daraus. Das Töten, Verletzen oder Quälen von Lebewesen ist untersagt, beziehungsweise auf ein unumgängliches Minimum beschränkt. Zuerst dachte ich an die Tiere, ihr unsägliches Leiden, ihre Entwertung von einem empfindsamen Lebewesen zu einem Produkt. Doch Ahimsa ist umfassender zu verstehen: Mitarbeitende in Schlachthöfen leiden psychisch und unsere Kinder werden aus der vorgespielten, heilen Welt gerissen – spätestens in dem Moment, in welchem sie die Wahrheit selbst herausfinden. Die Massentierhaltung verletzt uns alle, hält uns einen Spiegel vor, dass wahrer, erfüllender Genuss unmöglich mit Gewalt in Verbindung gebracht werden kann.

Kreative Offenbarung in der Küche.

In meiner Küche löste der Entscheid, vegan zu leben, eine Welle der Inspiration aus, die mich bis heute zu neuen kulinarischen Ufern trägt. Den grössten Raum in der vegan kitchen nehmen darum mein veganes Catering, Kochevents und meine Kochworkshops ein. Wenn ich Gerichte zubereite, bin ich im Flow und es erfüllt mich, wenn ich mein Wissen weitergeben kann oder nach einer Hochzeit erfahre, dass es den Gästen geschmeckt hat .

Die Zukunft ist ein ungedeckter Tisch. 

Meine Tätigkeiten erfüllen mich am stärksten mit Freude, wenn ich mit anderen Menschen zusammen koche und Projekte aller Art umsetze. Ich bedanke mich bei allen Menschen, die mich bisher unterstützt, inspiriert und ihr Wissen mit mir geteilt haben. Die Zukunft ist ein ungedeckter Tisch und ich freue mich auf weitere spannende Aufträge, Projekte und Ideen mit inspirierenden Menschen!